Schlusswort von
The Power of Peasants
(Auszug)
Die Ausführungen dieses Buches lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Der Aufstieg des antiken Roms wurde von der Produktivität und der Kampfstärke seiner freien Bauern angetrieben.
- Der Niedergang Roms wurde von der Vernichtung der freien Bauern durch die Sklavenhalter, Kaiser, Steuereintreiber und Feldherren verursacht.
- In Nordeuropa entwickelten die freien Barbaren eine produktivere Landwirtschaft, mit der sie mehr Nahrungsmittel, mehr Bauern und mehr Krieger hervorbrachten, bis diese das Reich überrannten.
- Das frühe Mittelalter war ein einziges Gerangel darum, ob die Sklaverei überleben würde. Die Bauern haben zur Hälfte gewonnen: Sie schafften die Sklaverei ab, wurden aber noch in Leibeigenschaft gehalten.
- Karl der Große versuchte in Nordeuropa ein neues Reich zu erschaffen. Doch weitere Fortschritte bei der Agrarproduktion des nunmehr freieren Bauerntums nährten den Aufstieg einer vom Kaiser unabhängigen Aristokratie. Diese Aristokratie stürzte das Kaiserreich und ebnete dadurch den Weg zum Aufstieg des Feudalismus.
- Der wirtschaftliche Aufschwung im Europa des Mittelalters begann auf den Bauernhöfen, und zwar dort, wo die Bauern zuerst und am vollständigsten ihre Freiheit eroberten: in Norditalien, Flandern und England. Dies ermöglichte eine regelrechte Revolution in der Landwirtschaft. Die großen Überschüsse, die die Bauern erwirtschafteten, förderten den Aufstieg einer Händlerklasse und der Städte. Hier stießen die Handwerker eine industrielle Revolution an, die das Wachstum weiter vorantrieb. Diese Freiheitskämpfe der Bauern und der neuen Stadtbevölkerung breiteten sich über den ganzen Kontinent aus.
- Von diesem Wirtschaftswachstum wurden das Papsttum und der deutsche Adel reich. Sie verbündeten sich, brachen die Macht des Königs in einem bitteren Bürgerkrieg und verhinderten dadurch die Einigung Deutschlands unter einer nationalen Monarchie.
- Spätestens ab dem Jahr 1250 hielten die Feudalherren das Bauerntum im Würgegriff. Dies führte zu schwindenden landwirtschaftlichen Erträgen, Unterernährung, der Ausbreitung der Beulenpest und dem Hundertjährigen Krieg.
- Diese internen Streitigkeiten innerhalb des Adels schwächten die Feudalherren, was wiederum den Bauern ermöglichte, einen Teil ihrer Freiheit zurückzugewinnen und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.
- Es gab einen andauernden Kampf über die Frage, ob Land und Arbeitskräfte aus der Knechtschaft befreit werden sollten. Die Feudalherren schlugen die Bauern, städtischen Arbeiter und Handelsleute in einer Reihe von Kriegen 1389, 1440-60 und schließlich im Bauernkrieg 1525 nieder.
- Die Feudalherren verschärften daraufhin die Fesseln der Leibeigenschaft und erhöhten die Abgaben bis die Wirtschaft zusammenbrach. Dies blockierte den Übergang Deutschlands zum Kapitalismus und führte zu weit verbreiteter Unterernährung, Hungersnöten, Seuchen, Hexenverfolgungen, dem Dreißigjährigen Krieg und weiteren 300 Jahren feudaler Stagnation.
- Im gleichen Zeitraum erkämpften Bauern in Holland und England ihre Befreiung aus der Leibeigenschaft und steigerten die landwirtschaftliche Produktion weiter, was das Wachstum des Handels und der Städte vorantrieb. Es entwickelten sich starke Bauern- und Händlerklassen, sowie die Anfänge einer Arbeiterklasse, die zusammen die letzten Überbleibsel des Feudalismus zerstörten und diese Länder an die Weltmacht katapultierten.
- Der letzte Teil des Buches ist eine Stellungnahme zu den Behauptungen, dass die Wendungen der Geschichte durch das Wetter, Überbevölkerung, Sonnenflecken, Eigentumsrechte für die Reichen usw. verursacht wurden.